Nero`s Hundeforum

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 Betreff des Beitrags: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Di 25. Mai 2010, 09:41 
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Registriert: Sa 20. Feb 2010, 10:53
Beiträge: 255
Als Halterin eines an Epilepsie erkrankten Hundes werde ich häufig von anderen Hundehaltern auf diese Erkrankung angesprochen.Über dieses Thema ist im Web genügend nachzulesen. Ich selbst finde die " Epilepsie Fibel für Hundehalter" von Frau Prof. Dr. Schwartz-Porsche (findet man im Internet und kann man sich auch ausdrucken) sehr gut um sich einen Überblick zu verschaffen.
Es gibt jede Menge Ursachen für eine Epilepsie Erkrankung. Von angeborenen Formen über Folgen von Schädeltraumen (Schlag auf den Kopf / Unfall) bis zu Hirntumoren oder anderen organischen Ursachen.
Eines bleibt gleich, nämlich die Therapie. Und da bekomme ich manchmal Zustände wenn ich die Ängste, Vorurteile und Unwissenheit der Hundehalter und manchmal auch ihrer Tierärzte zu hören bekomme. Da werden Hunde aus Angst vor Medikamenten gar nicht oder zu niedrig Dosiert eingestellt, da werden keine ausreichenden Kontrollen durch Blutentnahmen gemacht. Da werde Medikamente abgesetzt und durch Globuli ersetzt.Die Tabletten werden vergessen oder unregelmäßig gegeben.Es fehlt an Information und Interesse, Fragen werden nicht gestellt. Ich glaube das der meiste Mist von den Besitzern und nicht von den Tierärzten gemacht wird, "das erzählte Wort" ist ja nie wirklich nachvollziehbar.
Also:Epilepsie ist eine Krankheit. Epilepsie ist nicht heilbar. Man wird epileptische Anfälle weder mit einem Futterwechsel noch mit einer Bachblütentherapie einstellen können.
Ich möchte ein paar Empfehlungen aufzeigen und mit einigen Vorurteilen aufräumen:
-Lass dein Tier dort behandeln wo man sich mit Epilepsie Therapie auskennt und diese häufig durchführt.Es gibt auch im Saarland sehr kompetente Tierärzte hierfür.
-Keine Angst vor Medikamenten- eine nicht oder schlecht eingestellte Epilepsie kann unter Umständen zu Serienanfällen (status epileptikus) führen und dein Hund kann sich laienhaft ausgedrückt "zu Tode krampfen". :krank: Die anfängliche Müdigkeit und Antriebsarmut der Hunde bei Therapiebeginn verliert sich nach einigen Wochen. Lass deinen Hund in dieser Zeit lieber an einer Schleppleine und pass auf das er beim Springen nicht stürzt oder auf der Treppe stolpert.Später merkt man gar nichts mehr.
- Nebenwirkungen: Was glaubt ihr wieviele Menschen von Kindesbeinen an Medikamente gegen Epilepsie einnehmen und damit Alt werden. Und die Leber eines Hundes hält eher mehr aus. Ich würde ggf. erhöhte Leberwerte und eine eventuell etwas kürzere Lebensspanne meines Hundes für ein Anfallsfreies oder Anfallsarmes Leben gerne in kauf nehmen.
-Führe ein Anfallstagebuch mit Datum, Uhrzeit, Umständen und Wichtig : Dauer der Anfälle d.h.schau auf die Uhr wenn dein Hund zu Krampfen beginnt. Oft kommt einem der Anfall wie 10 min vor und es waren nur 65 Sekunden.Es sind wichtige Informationen für deinen Tierarzt.
- Gib die Medikamente konsequent pünktlich immer zur selben Zeit damit der Wirkstoffspiegel im Blut nicht schwankt,Hunde haben einen bedeutend schnelleren Stoffwechsel als wir Menschen. Dies ist mit am allerwichtigsten für eine gleichmäßige Wirkstoffgabe. Wir haben uns anfangs von Tablettengabe zu Tablettengabe einen Wecker gestellt bis alle in der Familie es geschnallt hatten. :idea:
- Verzichte auf häufige Futterwechsel oder unregelmäßige Fütterungszeiten
- Epilepsie Therapie und Überwachung gehört in die Hände eines kompetenten Tierarzt
- Setze niemals die Medikamente ab auch wenn der Hund keine Anfälle mehr hat.Das plötzliche Absetzen der Medikamente führt zu heftigen Entzugsanfällen.Desshalb solltest du früh zum Tierarzt gehen wenn ein Hund Durchfall oder Erbrechen hat weil er dann seine Medikamente nicht ausreichend über den Magen ins Blut aufnehmen kann.
-Epilepsie ist nicht heilbar man kann nur die Anfälle reduzieren oder unterdrücken.
- Vermeide Stress, Überforderung und Schlafmangel (Vorsicht im Urlaub, dein Hund pennt zu Hause vorneweg 16 Stunden).
-Vermeide Stress durch Unterforderung, z.B. zu wenig Bewegung bei aktiven Hunden :gassi1:
- Hunde können sich beim Anfall verletzen durch Sturz, Knochen können bei heftigsten Anfällen brechen und Hunde können nach dem Anfall verwirrt und durcheinander sein.Ich habe meinen Hund zu beginn des Anfalls immer gleich angeleint, damit er danach nicht verwirrt entlaufen konnte. Vorsicht am Fang : der Hund in der Ausnahmesituation kann auch unbeabsichtig beißen. Ruhe bewahren.
-Dem Rüden nimmt es viel Stress wenn er kastriert ist ( auch hormonellen Stress) wenn Hündinen läufig sind.

Mein Hund ist seit seinem 16. Lebensmonat mit den Medikamenten Phenobarbital und Kaliumbromid eingestellt. Er hatte 3 heftige Anfälle pro Woche. Mit steigendem Wirkstoffspiegel im Blut ( hat ca 5 Monate gedauert) wurden die Anfälle weniger und haben dann ganz aufgehört. Alle 6 Monate bekommt er per Blutentnahme die Höhe des Medikamentes im Blut bestimmt.Manchmal muß man die Dosierung etwas erhöhen. Der Hund Franz ist jetzt schon 4,5 Jahre, geht ab wie eine Rakete und seit 2007 Anfallsfrei. Er ist ein überaus temperamentvoller Hund der im Hundesport alles leistet was andere auch können(Suchen, Unterordnung,Apportieren) nur auf Leistungsprüfungen am Fahrrad habe ich sicherheitshalber verzichtet. Die Medikamentengabe in Wurst, Käse oder Kindermilchschnitte gestaltet sich beim Hund eher unproblematisch.
Also keine Angst vor Pillen.
Grüße Waldhexe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Di 25. Mai 2010, 16:14 
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Beiträge: 400
Hallo Waldhexe,
super Bericht. Ich denke sehr nützlich für betroffene Zwei- und Vierbeiner. :respekt:
Was kommt da im Monat an Kosten auf den Zweibeiner zu? Es gibt nämlich sicherlich auch Tierheimhunde, die wegen der Erkrankung kein neues zu Hause finden.
Gruß Andrea


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Mi 26. Mai 2010, 04:57 
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Registriert: Sa 28. Nov 2009, 10:21
Beiträge: 179
Hallo Waldhexe,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Wir haben auch einen Epileptiker in unserer Spaziergehgruppe und ich kann Dir nur zustimmen.
Neros Frauchen Rosi hat auch eine Odysee hinter sich, bis sie einen kompetenten Tierarzt gefunden hat, der sich mit Epilepsie richtig auskennt und auch Nero ist seit drei Jahren nun Anfallsfrei und ein ganz normaler Hund.

_________________
LG Daniela
"Ich fand heraus, dass einem in tiefem Kummer von der stillen hingebungsvollen Kameradschaft eines Hundes Kräfte zufließen, die einem keine andere Quelle spendet." Doris Day


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Do 27. Mai 2010, 08:03 
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Registriert: Sa 20. Feb 2010, 10:53
Beiträge: 255
Hallo Andrea

Die Kosten für die Epilepsiebehandlung richten sich nach der Dosierung der Medikamente.
Die Medikamentendosis wird nach dem Körpergewicht des Hundes und dem Wirkstoffspiegel im Blut des Tieres berechnet.
Für meinen jungen 15 Kg schweren Hund belaufen sich die Kosten für die Medikamente auf ca 35 € im Monat, dazu kommen 2x im Jahr je ca 14€ für die Blutentnahme/Untersuchung des Tieres und je ca 33€ Laborkosten. Das sind übern Daumen gepeilt ca 500 € im Jahr.
Manche Tierheime oder Tierschutzorganisationen beteiligen sich nach Vereinbarung an den laufenden Kosten oder übernehmen diese komplett damit die Tiere überhaupt vermittelt werden.

Grüße Waldhexe :schnueffeln:


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 15:52 
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Registriert: Do 26. Nov 2015, 14:46
Beiträge: 1
Hallo und schönen Tag.

Hab mich jetzt extra wegen diesem Thread angemeldet. Zwar ist der Thread schon älter tauchte aber bei mir eben, beim googlen ganz oben auf weshalb ich davon ausgehe das er auch bei anderen so weit oben auftauchen kann wenn sie nach den entsprechenden Wörtern googlen.


Waldhexe hat geschrieben:
Eines bleibt gleich, nämlich die Therapie. Und da bekomme ich manchmal Zustände wenn ich die Ängste, Vorurteile und Unwissenheit der Hundehalter und manchmal auch ihrer Tierärzte zu hören bekomme. Da werden Hunde aus Angst vor Medikamenten gar nicht oder zu niedrig Dosiert eingestellt,

Genau so war es bei uns. Nicht das ich selber dies so wollte. Die Ärzte sagten man fängt lieber niedrig an und steigert nach und nach. Allerdings was man nicht erfahren hat, so kann auch eine Gewöhnung statt finden und während man sich an die passende Dosis ranschleicht erleidet der Hund einen Anfall nach dem anderen. Das ungünstige an dieser Methodik. Umso mehr Anfälle ein Hund hatte umso mehr Anfälle werden auch folgen. Je früher dieser Teufelskreis durchbrochen wird umso besser für den Patienten.

da werden keine ausreichenden Kontrollen durch Blutentnahmen gemacht. Da werde Medikamente abgesetzt und durch Globuli ersetzt.Die Tabletten werden vergessen oder unregelmäßig gegeben.Es fehlt an Information und Interesse, Fragen werden nicht gestellt.

Oftmals hatte ich das Gefühl, ich kam mit einer ganzen Liste an Fragen zum Tierarzt und schon bei der 2. war der Tierarzt/die Tierärzte (ich war bei diversen zur Behandlung) genervt. Ob nur weil keine Zeit und keine Lust der Grund war oder oftmals auch fehlende Kompetenz der Grund war. Da möchte ich nichts unterstellen.

Ich glaube das der meiste Mist von den Besitzern und nicht von den Tierärzten gemacht wird, "das erzählte Wort" ist ja nie wirklich nachvollziehbar.

Ich kann nur von mir selber berichten und was ich erlebt habe und da kann ich ganz klar sagen. Nein dem ist nicht so. Ich als Laie muss mich auf das verlassen können was mir der studierte Herr oder die studierte Frau vor mir erzählt. Und wenn ich heute teilweise zurück blicke und weiß was das für ein Stuss teilweise war. Wird mir Angst und Bange um andere Patienten.

Also:Epilepsie ist eine Krankheit. Epilepsie ist nicht heilbar. Man wird epileptische Anfälle weder mit einem Futterwechsel noch mit einer Bachblütentherapie einstellen können.

Man kann aber unterstützend einwirken. Nachdem ich mit meinem Hund teilweise vom TroFu weggekommen bin (teilweise da meine Familie wollte Mittags eine lange Zeit lang nur TroFu füttern da sie das Barfen als zu kompliziert bzw. zu eklig empfanden) konnten wir weitere Fortschritte bei ihm erkennen. Beispielweise hatte er immer einen übermäßigen Durst seit Beginn der Behandlung. Es gab Tage da trank er 4 Liter an einem Tag. Er ging uns über Tische und Stühle und auch andere Hindernisse ohne Rücksicht auf Verluste nur um an Fressbares zu kommen oder jaulte, winselte, wimmerte, fiepte ohne Übertreibung mehrere Stunden. Er bekam Fressen, frass auf und setzte sich dann vor den leeren Napf und begann sein Konzert abzuspielen bis zur nächsten Mahlzeit. Dabei war er vor der Behandlung gar kein verfressener Hund, ganz im Gegenteil hat er häufig von sich aus auch mal einen Fastentag eingelegt und der Futtersack stand für ihn immer problemlos in Reichweite und man konnte ihn vorher damit auch immer problemlos alleine lassen.
Durch diese Fress- und Trinksucht stand er auch ständig unter Strom im bestreben dies zu befriedigen.
Nachdem wir wenigstens Abends das Barf einführten entspannte sich das umgehend. (Übrigens stellten wir gegen den Rat der Ärzte um).


Ich möchte ein paar Empfehlungen aufzeigen und mit einigen Vorurteilen aufräumen:
-Lass dein Tier dort behandeln wo man sich mit Epilepsie Therapie auskennt und diese häufig durchführt.Es gibt auch im Saarland sehr kompetente Tierärzte hierfür.

Sicher ein guter Rat, leider hab ich alle Tierärzte im Umkreis von 80km gecheckt und konnte leider keinen finden. Bin dann zu dem gegangen der eben in diesem Umkreis den besten Ruf generell hatte.

-Keine Angst vor Medikamenten- eine nicht oder schlecht eingestellte Epilepsie kann unter Umständen zu Serienanfällen (status epileptikus) führen und dein Hund kann sich laienhaft ausgedrückt "zu Tode krampfen". :krank: Die anfängliche Müdigkeit und Antriebsarmut der Hunde bei Therapiebeginn verliert sich nach einigen Wochen. Lass deinen Hund in dieser Zeit lieber an einer Schleppleine und pass auf das er beim Springen nicht stürzt oder auf der Treppe stolpert.Später merkt man gar nichts mehr.

Ja und Nein.
Angst braucht man vor Medikamenten in der Tat nicht haben. Ohne Medikamente wäre mein Hund mit 100% Sicherheit schon lange tot.
Andererseits. Je nach Dosis verliert sich das nicht nach wenigen Wochen. Meiner ist, seit wir ihn halbwegs vernünftig eingestellt haben nicht mehr derselbe Hund wie er ehemals war. Und er ist sicher kein "schwacher" Hund. Ganz im Gegenteil bestätigen alle Tierärzte und Hundehalter deren Hunde Epilepsie haben/hatten. Wie außergewöhnlich aktiv er trotz dieser enormen Dosis ist.
Einige Halter die wir früher regelmäßig trafen, dann aber aufgrund der Epilespie einige Monate/Jahre nicht mehr, konnten es kaum glauben das dies noch der selbe Hund sein soll.
Ich habe 2 Hunde in einem. Den früheren vor der Epi und den jetzigen mit Epi. Diese beiden sind unterscheiden sich teilweise bis ins gegensätzliche.


- Nebenwirkungen: Was glaubt ihr wieviele Menschen von Kindesbeinen an Medikamente gegen Epilepsie einnehmen und damit Alt werden. Und die Leber eines Hundes hält eher mehr aus. Ich würde ggf. erhöhte Leberwerte und eine eventuell etwas kürzere Lebensspanne meines Hundes für ein Anfallsfreies oder Anfallsarmes Leben gerne in kauf nehmen.

Seh ich auch so. Hab mich schon vor Jahren damit abgefunden das mein Hund vermutlich eher an den Nebenwirkungen der Tabletten sterben wird den an der Erkrankung selber. Trotzdem gibt es dazu aus meiner Sicht keine Alternative.

-Führe ein Anfallstagebuch mit Datum, Uhrzeit, Umständen und Wichtig : Dauer der Anfälle d.h.schau auf die Uhr wenn dein Hund zu Krampfen beginnt. Oft kommt einem der Anfall wie 10 min vor und es waren nur 65 Sekunden.Es sind wichtige Informationen für deinen Tierarzt.

Am Anfang mag das richtig sein. Irgendwann kann ich jedem nur raten dieses Buch weg zu tun und sich wieder dem Leben zuzuwenden und nicht nur der Krankheit. 2 Jahre lang haben wir es geführt und versucht mögliche Faktoren zu vermeiden. Dann hab ich es eines Tages einfach weg gepackt und seither haben wir wieder Spaß und genießen jeden Tag.

- Verzichte auf häufige Futterwechsel oder unregelmäßige Fütterungszeiten

Seit einigen Monaten variieren wir auch die Futterzeiten. Liegt daran wir unternehmen seit ungefähr 1,5 Jahren auch wieder längere Wanderungen und da gibts eben Futter wenn wir entweder zurück sind oder es eben auf der Tour passt. Er bekommt auch seit einigen Monaten erstmals in seinem Leben Dosenfutter (einge Marke aber verschiedene Sorten) und Barf statt davor Trockenfutter (bzw. später ja Trockenfutter und Barf). Bisher hatte es keine negativen Auswirkungen.

- Epilepsie Therapie und Überwachung gehört in die Hände eines kompetenten Tierarzt

Einen finden, dann behalten!

-Epilepsie ist nicht heilbar man kann nur die Anfälle reduzieren oder unterdrücken.
- Vermeide Stress, Überforderung und Schlafmangel (Vorsicht im Urlaub, dein Hund pennt zu Hause vorneweg 16 Stunden).

Aber vergesst nicht. Ein Leben bedeutet nicht nur zu überleben.

- Hunde können sich beim Anfall verletzen durch Sturz, Knochen können bei heftigsten Anfällen brechen und Hunde können nach dem Anfall verwirrt und durcheinander sein.Ich habe meinen Hund zu beginn des Anfalls immer gleich angeleint, damit er danach nicht verwirrt entlaufen konnte. Vorsicht am Fang : der Hund in der Ausnahmesituation kann auch unbeabsichtig beißen. Ruhe bewahren.

Man kann das zwar auch ohne Leine kontrollieren. Ich persönlich fände Leine eher hinderlich. Aber wem dies Sicherheit gewährt.
Ganz klar ist. Ein Hund im Anfall kann absolut gefährlich sein (genau wie übrigens auch ein Mensch). Meiner biss mir bei seinem ersten Anfall (weder wir noch er wussten was da gerade passiert) heftigst ins Bein woraufhin ich noch in der Nacht ins Krankenhaus musste.


-Dem Rüden nimmt es viel Stress wenn er kastriert ist ( auch hormonellen Stress) wenn Hündinen läufig sind.

Völliger Humbug. Das ein hoher Testosteronspiegel mitverantwortlich sein kann für Anfälle wurde uns auch gesagt. Also wurde der Testosteronwert im Blutspiegel gemessen und die Tierärztin meinte sie hätte noch nie zuvor einen höheren Wert gesehen.
Also wollte sie ihn kastrieren ich bestand allerdings auf so einen Kastrationschip. Alle beteiligten waren froh als dieser seine Wirkung verlor. Mein Hund war nie gestresster als in diesen 3! Monaten (eigentlich sollen die Teile ja 6 Monate wirken, die Tierärztin vermutete das er bei ihm nur so kurz hielt weil sein Testosteronwert wirklich enorm hoch ist.
Ich will nicht ausschließen das auch dies für andere Hund ein Ansatz ist. Nur bitte lasst erstmal einen Chip setzen. Wenn es funktioniert gut wenn nicht kann es sein das ihr eurem Hund damit noch größeren Stress erspart.
(Naja ok völliger Humbug ist überzogen aber es ist nicht die einzige Wahrheit)


Mein Hund ist seit seinem 16. Lebensmonat mit den Medikamenten Phenobarbital und Kaliumbromid eingestellt. Er hatte 3 heftige Anfälle pro Woche. Mit steigendem Wirkstoffspiegel im Blut ( hat ca 5 Monate gedauert) wurden die Anfälle weniger und haben dann ganz aufgehört. Alle 6 Monate bekommt er per Blutentnahme die Höhe des Medikamentes im Blut bestimmt.Manchmal muß man die Dosierung etwas erhöhen. Der Hund Franz ist jetzt schon 4,5 Jahre, geht ab wie eine Rakete und seit 2007 Anfallsfrei.

Mein Hund war beim Ausbruch 3 Jahre und 8 Monate (Heute 7 Jahre und 3 Monate). Er hatte in den ersten Wochen alle 10 Tage 5 Grande Male. Nachdem der Luminalspiegel am Maximum war und er seine 3. schlimmste Anfallserie hatte (8 Grande Male in 3 Tagen) ergänzten wir es ebenfalls um Kalimbromid und erst seit dem haben wir wirkliche Fortschritte in der Behandlung gemacht. Wir konnten sogar das Luminal reduzieren.

Er ist ein überaus temperamentvoller Hund der im Hundesport alles leistet was andere auch können(Suchen, Unterordnung,Apportieren)

Dies kann meiner nicht mehr. Er würde gerne, sehr sehr gerne. Aber er besitzt auch nicht mehr die Geduld wie früher. Selbst die Trainer merkten deutliche Unterschiede zu früher. Es wirkt als wüsste er noch wie schnell er früher war und wie leicht ihm alles fiel (Das Kommando sich die Schnauze auf Befehl zu lecken lernte er in unter 2 Minuten, fürs gähnen brauchte er keine 5min usw.) und heute bekommt er es nicht mehr so hin und macht dann dicht. Das mag zu menschlich gedacht sein sind aber Aussagen von Trainerinnen.

nur auf Leistungsprüfungen am Fahrrad habe ich sicherheitshalber verzichtet. Die Medikamentengabe in Wurst, Käse oder Kindermilchschnitte gestaltet sich beim Hund eher unproblematisch.

Die Medikamentengabe ist der größte Horror überhaupt. Mein Hund HASST die Medikamente wie nichts anderes. Am Anfang hab ich sie ihm einfach so geben können. Eines Tages behielt er sie im Mund, dachte nach und spuckte sie dann aus. Seither untersucht er alles was wir ihm zum fressen geben bis ins kleinste Detail. Er zerbeißt alles was wir ihm geben und spuckt es erstmal aus. Er legt Wurstscheiben hin und faltet sie erstmal aus einander. Er spuckt sogar die Leberwurst aus und schleckt sie dann nur mit der Zunge vom Boden.

Er weiß das sie schuld daran sind das es ihm nicht mehr so gut geht wie früher. Versteht allerdings leider nicht das sie ihm gegen das krampfen helfen.


Also keine Angst vor Pillen.
Grüße Waldhexe.



Was die Kosten für die Behandlung betrifft. Wir liegen aktuell (Hund wiegt 28kg) bei rund EUR 2.000,- /Jahr nur für die Epilepsie. Dazu kommt dann der ganz normale Hundewahnsinn. Von 500€ im Jahr träum ich in guten Nächten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilepsie beim Hund
BeitragVerfasst: Fr 27. Nov 2015, 07:49 
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Registriert: Sa 20. Feb 2010, 10:53
Beiträge: 255
Hallo Crime,
vielen Dank für dein ausführliches Feedback und deinen Erfahrungsbericht. Mein Hund ist inzwischen 10 Jahre alt. Ich habe Glück, es geht ihm noch sehr gut.
Liebe Grüße Waldhexe


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