Bei der Kastration werden die Keimdrüsen des Vierbeiners (Hoden beim Rüden und die Eierstöcke bei der Hündin) operativ entfernt. Dieser Eingriff ist in Deutschland eigentlich nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten und darf nur nach sorgfälltiger Prüfung und nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden. Sie darf auch um die Vermehrung der Tiere zu kontrollieren durchgeführt werden. Fast alle Abgabetiere aus den Tierheimen sind kastriert.
Bei Hündinnen wird der Eingriff vorgenommen, damit es keinen ungewollten Nachwuchs gibt, um die Läufigkeit zu verhindern und um Schreinträchtigkeiten vorzubeugen. Viele Hündinnen werden schon vor der ersten Läufigkeit kastriert, was das Risiko der Tumorbildung im Gesäuge vermindern soll.
Beim Rüden führen starker Geschlechtstrieb, Streunen und Aggressivität oft zur Kastration.
Das Für und Wieder sollte also wirklich ernsthaft und von Fall zu Fall geprüft, und auch mit einem Tierarzt besprochen werden. Man kann nämlich nicht generell davon ausgehen, dass ein Rüde, der aggressiv gegenüber Rivalen ist, nach einer Kastration keine Konflikte mehr hat. Eine Verhaltenstherapie sollte vor dem Eingriff stehen.
Nach dem Eingriff ändern einige Hunde ihr Verhalten.
Sie können ruhiger werden, der Spieltrieb kann abnehmen und das Körpergewicht kann zunehmen. Außerdem können Harninkontinenz bei Hündinnen und eine Fellveränderung als Nebenwirkung der Kastration auftreten.
Unsere erste Hündin Gismo wurde nicht kastriert. Wir hatte auch all die Jahre keine Probleme damit. Zweimal im Jahr wurde sie läufig. Sie mußte dann in der Wohnung so eine Hose tragen, was sie auch geduldig über sich ergehen ließ. Wir konnten Sie auch weiter im Wald frei laufen lassen, sie büxte nie aus und gehorchte immer auf's Wort.
Beim Nero ging das auch etwa vier Jahre gut. Er interessierte sich zwar sehr für die wohlrichenden Damen, ließ sich aber auch immer sehr gut abrufen. Und dann gab es diese Hündin in unserer Nachbarschaft und es war vorbei. Ich hätte nie gedacht, dass ein Hund Tag und Nacht so nerven kann. Er wollte nur noch raus, winzelte und hechelte, lief ruhelos in der Wohnung umher, schlief nicht. Man konnte ihn nicht beruhigen oder ignorieren, nichts half.
Im Wald ging er nun auch immer häufiger seiner Nase nach. Wir haben uns dann zur Kastration entschieden und es bisher nicht bereut. Er hat sich vom Wesen her nicht verändert.
Er ist verspielt, frech zu anderen Rüden und er findet die Damenwelt immer noch sehr interessant. Allerdings frisst er jetzt auch viel lieber und wir müssen schon auf sein Gewicht achten.
Gruß Andrea
