Wer sich für einen Beagle als Hund entscheidet sollte sich vorher einige Dinge klarmachen.
Das Klischee vom netten unkomplizierten bequemen Familienhund ist schlichtweg falsch.
Der Beagle ist ein hochspezialisierter Jagdhund / Meutehund (Stöbern und Schweißarbeit). Jahrhundertelang wurde unter den lustigen bunten Kerlen mit denen weitergezüchtet, die am besten der Fährte folgten.
Beagle hauen ab :Leine ab- Beagle weg. Kein Hundeplatz und kein Leckerchen bremsen ihren Jagdtrieb. Der Beagle läuft auf seiner Spur zurück, bitte Warten (3-6 Stunden oder bis zum nächsten Morgen).
Beagle sind verfressen: Er klaut an Futter was er nur kann, der Napf ist in Sekunden leergeschlungen. Lassen sie nie Nahrungsmittel für den Hund zugänglich offen liegen und sperren sie den Futtersack in den Abstellraum und verschließen sie die Tür. Beagle fressen sich tot wenn sie unkontrolliert an Futter gelangen. Das liegt in der Natur eines Meutehundes- wer zu langsam am Napf ist, verhungert.
Beagle sind auf Ausdauerleistung gezüchtet, er muß laufen (2-3 Stunden am Tag) sonst wird er schnell Fett. An einem Jagdtag verlieren die Hunde viel Gewicht,sie können Futter gut verwerten um den Verlust auszugleichen damit sie am nächsten Tag wieder Fit sind. Vergessen sie alle Futterempfehlungen auf Packungen,rationieren sie Futter streng.
Beagle randalieren wenn sie nicht ausgelastet sind. Sie nagen Türen,Möbel und Tapeten an oder fressen Löcher in Wände wenn man sie zu lange allein lässt( max 4 Stunden) und ihnen nicht genug Auslauf und Beschäftigung bietet. Ihr "Geläut" (eine Mischung aus heiserem Bellen und Heulen), das jedem Beaglefreund vor Freude Gänsehaut beschert, wird von ihren Nachbarn als abartiger unzumutbarer Lärm empfungen.
Beagle spielen am liebsten mit anderen Beageln oder lieben Fressspiele die mit Such und Fährtenarbeit in zusammenhang stehen.
Die Beißhemmung, eine Folge der Sozialisation in Hundemeuten, und das robuste freundliche Wesen machen den Beagle zum Opfer der Versuchslabore.
Seine angebliche Dickköpfigkeit ist auch eine Folge der jagdlichen Zucht. Alle Jagdhunde müssen selbstständig, ohne Hundeführer arbeiten können und sollen durch ihre Nachhaltigkeit zum Jagderfolg kommen. Er ist nicht so leicht erziehbar wie ein Deutscher Schäferhund ( der wurde über Generationen auf Gehorsam gezüchtet).
Trotz allem hat der Beagle einen Charme wie kaum ein anderer Hund und wenn man ihm bietet was er braucht wird man warscheinlich am Beagle "hängenbleiben". Er braucht eine sportliche und konsequente Familie. Im übrigen kenne ich viele Beagle die bei entsprechender Beschäftigung mit dem Leben an der 10m Schleppleine gut zurechtkommen. Einzelfälle lernen sogar den Freilauf ohne Leine.
Zusammenfassung aus dem "Steckbrief Beagle" Quelle. Dogs-Magazin Jan/Feb.2010.
