Nero`s Hundeforum
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Knochenbrüche (Frakturen)

Knochenbrüche (Frakturen)

Knochenbrüche entstehen, wenn die Elastizität und Festigkeit der Knochen nachlässt. Die Knochen junger Tiere sind in der Regel elastischer als von älteren Tieren. Mit zunehmendem Alter werden die Knochen spröde und leicht brüchig.
Ursachen für Knochenbrüche können Gewalteinwirkungen, beispielsweise ein Autounfall, Stürze oder auch ungeschickte Bewegungen, sein.
Bei Frakturen unterscheidet man in verschiedene Formen. Einerseits nach der Art der Bruchlinie in vollständige und unvollständige Brüche und dann noch in geschlossene und offene Brüche.

  1. Unvollständige Brüche. Hier ist der Knochen angebrochen. Eine besondere Form ist die Grünholzfraktur. Sie kommt hauptsächlich bei jungen Tieren vor. Die Knochen sind nicht sehr fest.
  2. Vollständige Brüche. Der Knochen ist komplett gebrochen. Er kann in zwei oder mehrere Fragmente geteilt sein. Ein Bruch in mehrere Fragmente wird auch als Splitter- oder Trümmerbruch bezeichnet.
  3. Geschlossene Brüche. Bei einem geschlossenen Bruch ist die Gewebestruktur, die Haut, unverletzt.
  4. Offene Brüche. Ein offener Bruch ist immer ein Notfall. Es muss schnellstens der Tierarzt aufgesucht werden. Bei diesen Frakturen hat der Knochen die Haut und die Muskulatur durchstoßen. Er ist von außen sichtbar. Ein offener Bruch muss sofort chirurgisch versorgt werden. Es besteht Infektionsgefahr.

Symptome: Das Tier ist unruhig und hat starke Schmerzen. Mit der verletzten Gliedmasse geht der Hund lahm. Sie kann nicht richtig bewegt werden. Der Knochen weist eine veränderte Form auf. An der Bruchstelle schwillt die Gliedmasse an. Es ist ein Bluterguss sichtbar. Die Beweglichkeit ist unnormal, das Bein „baumelt“.  Mitunter kann es zu Blutungen kommen.

Erste Hilfe: Das Tier muss beruhigt werden. Falls der Hund sich in einem Schockzustand befindet, dann muss Erste Hilfe zur Schockbehandlung geleistet werden. Bei vorhandenen Blutungen werden diese gestoppt. Die Schwellung muss gekühlt werden. Zur Anwendung können Eisbeutel oder Kühlakkus kommen. Diese dürfen nicht direkt auf die Schwellung gelegt werden, da es sonst zu Erfrierungen kommen kann.
Bei offenen Brüchen muss ein Wundschutz erfolgen. Anschließend wird die Gliedmasse ruhig gestellt. Niemals darf das Bein selbst gerichtet werden. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen.
Der Hund darf nicht auf die verletzte Seite gelegt werden. Während des Transports zum Tierarzt muss das Tier fixiert werden, um einen weiteren Sturz zu vermeiden. Besteht der Verdacht auf eine Rückenverletzung, dann wird das Tier auf einem Brett transportiert.

Ruhigstellen der Gliedmasse bei Frakturen

Das Ziel der Ruhigstellung ist die Bewegungsfreiheit der Gliedmasse einzuschränken. Es darf der Knochen nicht gerichtet werden. Der Tierarzt ist zu informieren.
Bei starken Schmerzen sollte dem Tier keine Beinschiene angelegt werden. In einem solchen Fall wird die Gliedmasse auf einer weichen Unterlage, Kissen oder Decken, gelagert.
Das Anbringen einer Beinschiene ist etwas kompliziert. Die Schiene muss vorsichtig angelegt werden, da es für das Tier schmerzhaft ist. Durch unsachgemäße Bewegungen kann die Verletzung noch verstärkt werden.
Die Materialien für eine Beinschiene sollen leicht sein, wie Pappe, Zeitungen und Äste.
Vor dem Anbringen  der Schiene sollte nach Möglichkeit das Bein mit Watte oder Stoff gepolstert werden. Die Polster und auch die Schiene dürfen nicht zu fest angebracht werden, da sonst leicht die Durchblutung der Gliedmasse eingeschränkt wird. Beim Transport zum Tierarzt muss das verletzte Bein gestützt werden.

Drucken 21-02-2011 10:33:23

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